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| Das große Buch des Swing- und Daytradings: Erfolgreich an den internationalen Börsen handeln
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Amateure hoffen, Profis stehlen (S. 433)
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Das große Buch des Swing- und Daytradings: Erfolgreich an den internationalen Börsen handeln (Gebundene Ausgabe) Wer vermutet, er könne das Traden aus einem Buch für ein paar Euro lernen, der sollte es lieber gar nicht erst versuchen. Was uns solche Bücher bieten können, sind allenfalls Ideen, gewisse Setups und Erfahrungen anderer. Ob das Gelesene auch für uns funktioniert, müssen wir in jedem Fall selbst herausfinden.
Jeder erfolgreiche Trader hat für seinen Erfolg hart gearbeitet und gelitten, bis er eines Tages erkannte, welche Methodik zu ihm passt und welche mentalen Voraussetzungen er wirklich braucht. Erst wenn sich eine solche Symbiose zwischen einer statistisch erwiesenermaßen profitablen Handelsmethodik und der Persönlichkeit des nun auch disziplinierten Traders eingestellt hat, kommt es zum Durchbruch. Die meisten Kandidaten erreichen diesen Punkt jedoch nie, weil sie auf ihrer Suche vorher finanziell und/oder mental scheitern.
John F. Carter ist ein erfolgreicher Trader, und er lässt uns in diesem Buch etwas hinter die Kulissen sehen. Doch Vorsicht, was für Carter gut ist, muss für andere nicht unbedingt ähnliche Wirkungen haben. Der Autor weist auf diesen sehr wichtigen Punkt im einleitenden Teil seines Buches mehrmals hin. Darüber hinaus beschreibt er sehr markant den grundlegenden Fehler aller Anfänger. Abstrakt gesehen geht es immer wieder darum, dass Märkte ganz anders funktionieren als das bisher im Leben Gesehene. Dennoch werden von Anfängern und auch Fortgeschrittenen immer wieder Strategien angewandt, mit denen man bisher erfolgreich war. Erst wenn man begreift und verinnerlicht, dass beim Trading alles neu und anders ist, hat man eine Chance auf Erfolg.
Nach den grundlegenden mentalen Voraussetzungen beschreibt Carter die nötige Hard- und Software, die Grundmechanismen der in diesem Buch besprochenen Märkte und einige Grundregeln für den Intraday-Handel. Dabei ist allerdings hier wie auch später nicht zu übersehen, dass das Buch für den US-Markt geschrieben wurde.
Bevor der Autor dann in Teil 2 ab Seite 145 zu seiner ersten Handelsmethode kommt, lesen wir noch einmal seinen Hinweis, dass er erst Erfolg hatte, als er sein Gehirn ausschaltete (also nicht ständig alles neu durchdachte), sich auf nur wenige Methoden konzentrierte und ihnen immer, wenn sie sich ergaben, konzentriert und diszipliniert folgte. Er hatte zwar auch dann immer noch den Drang nach ständigen Änderungen, notierte diese aber gesondert, um dann festzustellen, dass dieses ständige Herumspielen nur Verluste brachte.
Das erste Muster sind Eröffnungskurslücken. Hier setzt Carter darauf, dass sie geschlossen werden. Um sich vorzubereiten nutzt er Informationen aus dem vorbörslichen Handel. Nachdem einigen Beispiele lernen wir, was wir tun müssen, wenn solche Lücken nicht geschlossen werden. Auch in diesem Kapitel spiegeln sich die Stärken und Schwächen dieses Buches. Auf der einen Seite lernen besonders Amateure, wie professionelle Händler tatsächlich denken. Carter macht dazu immer wieder vergleichende Bemerkungen. Andererseits schweift er häufig zu sehr ab und macht sein Buch dadurch nicht gerade einfach lesbar.
Als Nächstes lernt der Leser die Pivot-Punkt-Technik kennen. Pivot-Punkte berechnet man aus dem Vorperiodenschlusskurs und den beiden Extremkursen der entsprechenden Periode. Der Autor erklärt wie er diese Punkte in der nächsten Periode (bei ihm in der Regel am nächsten Tag) handelt. Dies wird an jeder Menge Beispiele zusätzlich erläutert, die ich allerdings nicht immer plausibel fand. Leider gibt es in diesem Buch in der Regel nur bestätigende Beispiele.
Das nächste Kapitel befasst sich mit einer Scalp-Technik. Sie ermöglicht es in eine bereits laufende Bewegung einzusteigen. Leider musste ich auch diesen Abschnitt zweimal lesen, bis ich begriff, was uns der Autor mitteilen möchte. Für eigene Anwendungen empfehle ich jedem gründliche Tests. Der nächste Abschnitt zeigt, wie der Autor mit dem so genannten Tick-Indikator handelt. Das funktioniert nur in den USA. Übrigens sollte irgendwer dem Übersetzer mal ein Wörterbuch schenken. Seine halbfertige Übersetzungskunst (zum Beispiel hier: "den Move faden") ging mir nach einiger Zeit gehörig auf den Geist. Nach dem wir also den "Move gefadet" haben, befassen wir uns mit dem Squeeze. Das ist eine interessante Markteinstiegstechnik, die auf der Volatilität beruht und Bollinger-Bänder und den Keltner-Kanal benutzt. Im anschließenden 11. Kapitel geht es um "die Verwendung von Bricks, um Intraday Reversals im mini-sized Dow einzufangen". Alles klar? Leider kann ich dazu auch nicht mehr sagen, denn ich habe das ganze Kapitel nicht recht verstanden.
Das 12. Kapitel beschreibt eine Strategie, mit der der Autor volatile Nasdaq-Aktien im 2-Minuten-Chart handelt. Anschließend folgt eine Methode, um Bewegungen gegen Handelsende der US-Märkte einzufangen. Ausbrüche aus Seitwärtsbewegungen in Devisenmärkten behandelt das folgende Kapitel. Die hier vorgestellte Methode ist universell, einfach, und sie funktioniert auch nach meiner Erfahrung. Die im nächsten Kapitel vorgestellte Technik versucht die Wendepunkte längerer Bewegungen einzufangen. Leider fehlen wie üblich Daten über die Trefferquote.
Kapitel 16 enthält eine generelle Handelsmethode, die auch Anfänger leicht erlernen können. Sie beruht auf zwei gleitenden Durchschnitten und der Tatsache, dass die Kurse bei größeren Swings immer an diese Durchschnitte zurückkommen und dann eine neue Bewegung in die Hauptrichtung beginnen. Das folgende Kapitel ist eine Einführung in das so genannte Market Profile, das wohl nur Besitzern einer TradeStation zugänglich ist.
Im dritten Teil seines Buches beschreibt Carter seine Vorbereitung auf einen Handelstag, erklärt uns, wie wir einen Geschäftsplan als Trader aufstellen und gibt uns Tipps für den Fall, dass alles daneben geht, was wir uns vorgenommen haben. Schließlich erhalten wir noch 40 Tipps für eine professionelle Grundeinstellung. Die Sache auf den Punkt bringt Aussage 4: "Amateur-Trader werden dann zu professionellen Händlern, wenn sie damit aufhören, nach dem "nächsten großartigen technischen Indikator" zu suchen und stattdessen ihr Risiko bei jedem Trade kontrollieren." (S. 434).
Fazit.
Das ist auf kein leichtes Buch für Einsteiger. Wenn man über genug Erfahrungen verfügt, versteht man in den meisten Fällen, was uns der Autor vermitteln möchte. Die besonders am Anfang und am Ende formulierten zahlreichen Bemerkungen zur Psychologie des Tradens sind sehr gut und hilfreich. Leider sind die meisten Tradingmuster und -strategien auf die amerikanischen Märkte zugeschnitten und trotz zahlreicher Beispiele nicht immer wirklich präzise erklärt. Wenn der Autor neben seinen Strategien auch noch deren Trefferquote offenbart hätte, wären sie wohl von größerer Überzeugungskraft. Einige der oben erwähnten Strategien sind jedoch einfach, funktionieren universell und weisen nach meiner Erfahrung eine hohe Trefferquote auf. Wenn man auch nur eine von ihnen zu beherrschen lernt, hat sich der Kauf des Buches garantiert gelohnt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 18. April 2009 | | | | | | | |
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