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3.5. Blechblasinstrumente
Blechblasinstrumente sind alle gleich aufgebaut: sie haben ein kesselförmiges Mundstück,
ein konisches Mundrohr, ein Hauptrohr und einen Schallbecher. Mit Hilfe des Hauptrohres
kann man zwei Gruppen unterscheiden. Ein Hauptrohr mit zylindrischer Bohrung haben
etwa Trompeten (Abb.1) und Posaunen, während Flügelhörner, Tenorhörner und Tuben
über eine konische Innenbohrung verfügen. Die Schallbecher der Instrumente mit zylindri-
scher Bohrung werden schnell über eine kurze Strecke erweitert, während die anderen eine
fast gleichmäßige konische Bohrung bis zum Becher haben.
Der Schallbecher oder das Horn eines Blechblasinstrumentes hat eine ganz besondere Auf-
gabe. Das Horn ist nämlich für die Tonhöhe und die Klangfarbe wichtig und muß genü-
gend Energie speichern, um stehende Wellen mit exakt definierten Frequenzen aufbauen
zu können. Dabei bedient man sich heute der Horngleichung des amerikanischen Physikers
A. G. Webster, von der abhängt, wieviel Schallenergie das Horn verläßt und welcher An-
teil reflektiert wird und so stehende Wellen ausbilden kann. Die Anwendung dieser Horn-
funktion, die annähernd dem Kehrwert des Produkts aus innerem und äußeren Radius ent-
spricht, kann jedoch mit meinen Mitteln nicht näher untersucht werden und wird deshalb
auch nicht weiter ausgeführt.
Abb. 1: Trompete
Bei den Blechbläsern haben die Lippen des Bläsers eine ähnliche Funktion wie das Blatt
bei einem Holzblasinstrument. Die Lippen wirken als Ventil, welches sich abwechselnd
öffnet und schließt. Dies wird durch die Druckschwankungen im Mundstück reguliert, die
zusammen mit dem gleichmäßigen Druck aus der Lunge auf die Lippen einwirken. Dabei
ist der Einfluß von Mund- und Rachenraum nicht zu vernachlässigen. Der Bereich vor und
hinter den Lippen beeinflußt sich nämlich gegenseitig. Deshalb wird heute, nicht nur bei
Blechbläsern, auf eine besondere Beherrschung der Zunge und der Halsmuskulatur hinge-
wiesen und gelehrt. So kann ein Ton ohne weitere Hilfsmittel um einen Ganzton nach oben
oder unten verschoben werden.
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