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Luftblatt abwechselnd in die Bohrung hinein und wieder heraus. Dabei richtet sich die Fre-
quenz dieses periodischen Wechsels nach den Bohrungsmaßen und der Lage der Grifflö-
cher.
Den Resonanzfrequenzen der Luftsäulen und ihren entsprechenden Wellenlängen liegt mal
wieder die stehende Welle zu Grunde, d.h. sie sind abhängig von der Länge der Bohrung.
Hier ist jedoch zusätzlich noch die Form der Innenbohrung von größter Bedeutung.
Bei einer konischen Bohrung mit einem druckgesteuerten Rohrblatt am engeren Ende (Sa-
xophon, Oboe), aber auch bei einer zylindrischen Bohrung mit offenem Ende (Flöte), die
über ein geschwindigkeitsempfindliches Luftblatt angeblasen wird, entspricht bei der
Grundschwingung die Wellenlänge der doppelten Bohrungslänge. Vergleichbar ist dies mit
einer stehenden Welle in einem Rohr mit gleichen Randbedingungen. Die Obertöne sind
ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz, also Harmonische (siehe 1.3.1. Stehende Wel-
len).
Wird in einem zylindrischen Rohr (Klarinette) mit einem druckgesteuerten Rohrblatt der
Grundton angeregt, dann entspricht die Wellenlänge dem vierfachen der Bohrungslänge
vergleichbar mit einem Rohr mit gemischten Randbedingungen. Daher sind die Obertöne
ungeradzahlige Vielfache der Grundmode.
Durch viele seitliche Grifflöcher am Instrument kann die Tonhöhe variiert werden, weil so
die wirksame Länge heruntergesetzt wird und so gewissermaßen neue Grundschwingungen
entwickelt werden können. Wie sich die wirksame Länge beim Öffnen von Löchern ändert,
kann nur kurz beschrieben werden.
Ist das Loch genauso groß wie die Innenbohrung, dann erhält man dieselbe Tonhöhe wie
bei einem Rohr, das bis zu diesem Loch reicht. Je kleiner die Löcher, desto geringer der
Unterschied zwischen tatsächlicher und wirksamer Rohrlänge. Um jedoch noch flexibler
zu sein, werden meist kleinere Löcher verwendet, die aber über eine meist recht kompli-
zierte Mechanik weitere Tonlöcher öffnet bzw. schließt.
Wenn alle Tonlöcher geschlossen sind, klingt der tiefste Ton, weil die Rohrlänge maximal
ist. Werden nun die Grifflöcher, die vom Mundstück am weitesten entfernt sind, langsam
nacheinander geöffnet, so wird der Ton immer höher. Hinzu kommen noch Überblastech-
niken, die jeden Ton in ihre nächsthöhere Eigenfrequenz versetzen. Dies ist bei einer Flöte
oder einer Oboe eine Oktave und bei der Klarinette gar eine Duodezime (Oktave+Quinte).
E. G. Richardson vom University College London entwickelte zwar um 1930 mit Hilfe
elektrischer Ersatzschaltungen ein Modell, welches die Berechnung der Auswirkung eines
einzelnen offenen Loches ermöglichte, weil dies immer noch das größte Problem der In-
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