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Abb. 2: Die Frequenzen der realen Partialtöne (durchgezogene Kurve) steigen mit der
Ordnungszahl stärker an als die der exakten Harmonischen (gestrichelte Kurve).
Die Saiten des Klaviers haben natürlich keine grundlegend andere Arbeitsweise, als dies
schon im Kapitel über Saiteninstrumente geschildert wurde. Dennoch gibt es einige inte-
ressante und wichtige Aspekte, die die Eigenart des Klaviers ausmachen.
Die heutigen Klaviersaiten werden aus Stahldraht hergestellt. Damit die Saite der Baßtöne
sehr langsam schwingen können, wird eine zusätzliche Masse benötigt. Deshalb wird um
den Stahldraht ein weicherer, meist aus Kupfer bestehender Draht einfach oder gar zwei-
fach umsponnen.
Wenn nun die Saite ausgelenkt wird, beginnt sie zu schwingen, wobei diese Schwingung in
der Realität aus mehreren Einzelschwingungen besteht (Abb. 3).
Abb. 3
Die idealisierte Saite besitzt keine Steifigkeit und ihre Obertöne sind deshalb Harmonische.
Die Steifigkeit von Klaviersaiten ist jedoch relativ hoch, wodurch die Partialtöne von
Harmonischen abweichen.
Doch genau dieses Phänomen, wie die temperierte Stimmung, gibt dem Klavier die beson-
dere Wärme.
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