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Dennoch zählt der 1855 von Henry Steinway eingeführte Stahlgußrahmen zu den bedeu-
tendsten Neuerungen, weil man so dickere und stärkere gespannte Saiten im Klavier befes-
tigen konnte und so noch größere Lautstärken möglich waren. Seitdem hat sich am Klavier
kaum noch etwas geändert.
Das Tasteninstrument gehört zu den wenigen Instrumenten, deren höherfrequente Obertöne
Anharmonische sind. Dies hat ihre Ursache in der Stimmung des Klaviers. Die meisten
Musikinstrumente sind nach der diatonischen Tonleiter gestimmt. Die Intervalle dieser
siebenstufigen Tonleiter, die aus fünf Ganz- und zwei Halbtonschritten besteht, haben die
in 3.1.1 Schwingende Saiten ermittelten Verhältnisse.
Das Klavier wird dagegen nach der temperierten Tonleiter gestimmt, wobei man die Okta-
ve in 12 gleiche Intervalle einteilt, um alle Töne einer chromatischen Tonleiter zu erfassen.
Dabei ist das Verhältnis zwischen zwei Halbtönen immer gleich 21/12 =1,05946. Daher wei-
sen diese Instrumente außer den Oktaven keine reinen Intervalle auf, was das Zusammen-
spiel mit anderen Instrumenten manchmal schwierig machen kann. Außerdem weichen die
Oberschwingungen in der Höhe auch mehr und mehr von Harmonischen ab (Abb. 2). Doch
diese anharmonischen Obertöne des Klaviers bewirken erst den besonderen Klang.
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