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Akustik in der Musik

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20 3.2. Orgel Kein anderes Musikinstrument kann sich in der Klangentfaltung, was Lautstärke, Klang- farbe, Dynamik und Klangvielfalt betrifft, mit der Orgel messen. Die vielen Generationen und langen Erfahrungen der Menschen ließen es zu, daß die Orgel ihre heutige Form be- reits im siebzehnten Jahrhundert hatte, als viele der heutigen Instrumente noch gar nicht vorhanden oder im Anfangsstadium waren.   Durch einen Blasebalg werden Pfeifen mit Luft versorgt und so zum Tönen gebracht, wenn entsprechende Tasten auf dem Spieltisch gedrückt werden. Durch das Pfeifen- und Regis- terwerk können Pfeifen verschiedener Klangfarben gemischt werden, um so wieder neue Klänge zu erhalten. Die verwendeten Pfeifenarten kann man unterscheiden in Labialpfei- fen und Zungenpfeifen, sowie in offene und gedackte Pfeifen. 3.2.1. Orgelpfeifen Die Labialpfeife (Abb. 1), auch Lippenpfeife genannt und mit der bekannten Blockflöte verwandt, hat im Inneren einen Keil - den Kern. Dieser reicht bis auf einen schmalen Spalt zum Unterlabium. Wenn nun Luft durch die Kernspalte strömt und auf das Oberlabium trifft, entwickelt sich durch das Wechselspiel zwischen diesem Luftstrom und der Luftsäu- le im Pfeifenkörper eine Schallschwingung. Damit ein gleichmäßiger Ton erzeugt werden kann, muß ein Blasebalg die Pfeife mit Luftdrücken zwischen 500 und 1000 Pascal versor- gen. Das Interessante an der Labialpfeife ist nun das Wechselspiel zwischen Luftstrom und Schallfeld. Der Luftstrom, der durch die Kernspalte gebildet wird, strömt als dünne Lamel- le durch den Aufschnitt und wird dort durch die Schallschwingungen in der Luftsäule peri- odisch abgelenkt, so daß sie abwechselnd nach innen und außen ausschwingt. In der La- melle setzt sich eine solche Auslenkung wellenförmig von der Kernspalte bis zum Oberla- bium fort, so daß sie Schallschwingungen anregen kann. Sobald die Pfeife anspricht, bildet sich eine stabile stehende Welle in der Luftsäule des Körpers aus. Der Luftstrom liefert dann immer wieder die nötige Energie, um einen gleichbleibenden Ton aufrecht zu erhal- ten. Zungenpfeifen (Abb. 2) sind zwar seltener bei Orgeln zu finden als Labialpfeifen, dennoch sollen sie hier kurz erläutert werden, da große Orgeln nicht auf das sogenannte Schnarr- werk verzichten können. Diese Pfeifen geben einen schnarrenden Klang ab und sind nach
  
Technische Akustik: Grundlagen und Anwendungen
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