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Abb. 1
Die einzelnen Teile des Kastens und der Hals sind aus den unterschiedlichsten Holzarten
zusammengebaut. Dabei sind manche Stellen der Holzdecke, des Bodens oder der Zargen
nur 2 Millimeter dick. Dennoch übertragen die vier Saiten der Violine eine Zugkraft von
etwa 250 Newton. Um diese Kräfte möglichst gut zu verteilen, entwickelten die Geigen-
bauer verschiedene Lösungen (z.B. ein angeleimter Stab unter der Decke), wobei sich be-
reits minimale Änderungen in der Dicke des Holzes oder Positionsänderungen von Einzel-
teilen im Klang auswirken.
Um die Ursache eines Violinenklanges näher zu untersuchen, muß man die schwingende
Saite betrachten und analysieren.
3.1.1. Schwingende Saiten
In diesem Teil soll die Abhängigkeit der Schwingungsfrequenz von Länge und Spannung
einer Saite untersucht werden. Die schwingende Saite gehört nach ihrer äußeren Form zu
den linearen Schallgebern. Da es wichtig ist, daß der Schallgeber seine Schwingungen an
das umgebende Medium überträgt, die Oberfläche einer Saite jedoch nur sehr gering ist,
wird die Saite auf einen Resonanzkörper befestigt, dessen Oberfläche wesentlich größer ist
als die der Saite. Der primäre Schallgeber wird dann den sekundären Schallgeber zu er-
zwungenen Schwingungen anregen und den Schall in verstärktem Maße an die Umgebung
abgeben.
Damit die Saite Schwingungen, insbesondere transversale, ausführen kann, muß sie in ei-
nen Spannungszustand versetzt werden. Deshalb wird die Saite an ihren Endpunkten befes-
tigt und über zwei Stege gespannt. Erregt man eine Saite durch Zupfen, Streichen, An-
schlagen o.ä., vollführt der Schallgeber transversale Schwingungen um seine Ruhelage.
Ein Ton entsteht aber erst dann, wenn der Schallgeber die Schwingungen an die Umwelt
abgibt. Man kann jedoch primär auch die schwingende Saite beobachten und nicht nur hö-
ren. So müssen sich also die Schwingungen einer Saite pro Sekunde über die Ruhelage
hinaus mit einem geeigneten Gerät zählen lassen.
Versuch:
Um die Schwingungen der Saite zu messen, wurde eine feine Lichtschranke verwendet,
deren Empfangsloch zusätzlich auf minimalste Größe verkleinert werden mußte, damit
der Schatten der dünnen Saite in der Ruhelage das gesamte Loch verdecken konnte.
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