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2.1. Die Geschichte
Der Drang zur musikalischen Betätigung ist schon uralt. Dabei erstreckte sich diese Betäti-
gung von vornherein nicht nur auf das natürlichste musikalische Ausdrucksmittel, den Ge-
sang, sondern führte schon bald zum Bau von Musikinstrumenten. Diese werden seitdem
zur Unterhaltung, für zeremonielle oder medizinisch-therapeutische Zwecke gespielt. Die
ältesten Instrumente, die man durch archäologische Funde kennt, sind Schlaginstrumente,
wie Klappern. Knochenflöten sind seit der Altsteinzeit bekannt und in der Jungsteinzeit
kannte man schon Saiten- und Membraninstrumente. Damit waren schon damals alle In-
strumententypen, die wir heute auch kennen (bis auf Elektrische), vorhanden. Es gab eine
Art Xylophon, einfellige Trommeln, Flöten mit und ohne Grifflöcher und den Musikbogen,
bestehend aus einer gespannten Saite.
Für die Hochkulturen der Antike gibt es verläßliche Belege über Musikinstrumente und
Musikverständnis. Während der griechischen Antike wurden besonders gern Saiteninstru-
mente gespielt, die dem Gott Apollon zugeordnet waren und zur edleren und gesitteteren
Unterhaltung dienten. Blasinstrumente, wie der Aulos, spielten eine untergeordnete Rolle.
Dies änderte sich bei den Etruskern. Bei ihnen wurden die Blasinstrumente bevorzugt und
auch neue entwickelt.
Schon Pythagoras meinte, daß überall in der Natur Maß und Ordnung herrsche, was auch
sein Leitsatz alles ist Zahl und Harmonie bekräftigt. Er stellte schon damals die Pythago-
räischen Gesetze der Saitenschwingungen auf, die in Kapitel 3.1.1. behandelt werden.
Die Römer übernahmen einige etruskische und afrikanische Instrumente. Auch die Orgel
gewinnt unter den Römern erst ihre große Bedeutung.
Im Mittelalter wurden zunächst Harfen, Hörner und Leiern gespielt, die vermutlich kelti-
scher und etruskischer Abstammung waren. Später kamen als Folge der Kreuzzüge auch
Orgeln, Fiedeln, Rebecen, Schalmeien und Trompeten in unsere Kultur.
Durch einen enormen Entwicklungsschub in der Spätrenaissance bildeten sich eine Vielfalt
von Musikinstrumenten heraus. Als verbesserte Werkzeuge für die Metall- und Holzbear-
beitung entstanden waren, konnten auch die Blasinstrumente zu ganzen Stimmfamilien mit
Sopran, Alt, Tenor und Baß ausgedehnt werden.
Der Wolfenbütteler Hofkapellmeister Michael Praetorius erwähnte schon damals die Prob-
leme der Temperaturschwankungen bei Blasinstrumenten und der allgemeinen Schwierig-
keit des Zusammenspiels, da es weder eine Normtonhöhe gab, noch die Möglichkeit, die
aus einem Stück bestehenden Instrumente zu stimmen. Deshalb war Praetorius auch einer
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